Frontiere-Grenzen

Frontiere Grenzen
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WARUM DIESER LITERATURPREIS?


“Der Literaturwettbewerb „Frontiere-Grenzen“ wendet sich an alle, die sich auf den Weg zu allerlei realen und irrealen Grenzen machen möchten. Gerade um Grenzen zu überschreiten, steht der Wettbewerb allen Genres der zeitgenössischen Prosa offen, sei es eine traditionelle Erzählung oder ein neues Sprachexperiment, Thriller oder Fantasy, Horror oder Science-Fiction, Briefsammlung oder Liebeserzählung, Theaterstück oder…”
(Art, 1 der Bestimmung).

“Der Literaturpreis Frontiere - Grenzen ist in dem Vorhaben entstanden, denjenigen die in den Provinzen Trient, Bozen und Belluno leben, die Möglichkeit zu bieten, die tiefen Impulse dieser Länder zu beschreiben und auszudrücken. Geografisch benachbarte Orte mit ähnlichen Berglandschaften, in deren Geschichte sich verschiedene Kulturen und Sprachen, wie die ladinische, venetische, italienische und deutsche, behauptet haben. Beispiel eines ethnischen Zusammenlebens, vor allem in der heutigen Welt, in einer Realität von Personen, die Kulturen mischen, die in der Verschiedenheit gleichartige physische und mentale Gebiete bewohnen oder umsiedeln, um neuen Bedürfnissen gerecht zu werden, mit immer größeren Schwierigkeiten des Zusammenlebens, sodass oft sehr große Konflikte entstehen. Frontiere- Grenzen möchte den Reichtum dieser gemischten Realität erfassen und jeden zu Wort kommen lassen.”

In der 3. Veranstaltung wurde entschlossen, die Grenzen des Wettbewerbs gleichnisweise zu öffnen, indem auch in Tirol wohnhafte AutorInnen teilnehmen dürften. In der 4. und 5. Veranstaltung kamen neun weitere Grenzprovinzen der italienischen Alpen und Kärnten dazu.
In der heurigen Ausschreibung werden weitere Gebiete mit einbezogen: Zum ersten Mal wendet sich der Wettbewerb an die Einwohner aller Grenzprovinzen der italienischen Alpen, der angrenzenden schweizerischen Kantonen sowie der drei angrenzenden österreichischen Länder.

2011 dürfen also AutorInnen folgender Gebiete am Wettbewerb teilnehmen: der italienischen Provinzen Imperia, Cuneo, Torino, Aosta, Verbania, Varese, Como, Lecco, Sondrio, Bozen, Trient, Belluno, Pordenone, Udine, Görz und Triest; der schweizerischen Kantonen Tessin und Graubünden; der österreichischen Länder Tirol, Kärnten und Salzburg.

“… Die Grenze, die Linie die hindurchgeht und unterscheidet, trennt, in der Politik und in der Vorstellung, in der Materie und im Gefühl, ist sie eine Sache oder nur das Ende einer Sache? Und das Erzählen, ist es nicht auch ein Durchlaufen und ein Messen der Grenze zwischen den Dingen und ihrem Ausdruck?”
(Enrico Palandri, 2000)

“… Die Zäune, die Grenzen, können schützen. Aber sie riskieren zu trennen und uns zu trennen. Und gut, auch die Erzählung kann die Aufgabe erfüllen, uns daran zu erinnern, dass sich auch die Grenzen beugen können, die am härtesten zu entfernen sind, nämlich diejenigen, die sich in unserem Inneren befinden. Es ist die Macht der Worte, der Fantasie, der Kreativität… ”
(Carlo Martinelli, 2001)

“Die Grenze vereint, indem sie trennt… An der Grenze endet jeder von uns und wird bestimmt, nimmt seine Form an, akzeptiert sein von etwas anderem begrenzten Dasein das natürlich auch von uns begrenzt ist” (Franco Cassano).
Wir sind daran gewöhnt zu glauben, dass eine geografisch erkannte Bevölkerung, weil sie durch die gleiche Sprache vereint ist, gleiche Werte teilt, eine homogene Kultur hat. Wir vergessen so, dass jeder von uns Träger eines eigenen Wertesystems ist, in dem die Denkweisen, die Verhaltensweise, die Bräuche, der Glaube, die Ziele, die politische Angehörigkeit, das Bildungsniveau, die Erfahrungen, die Arbeit unterschiedlich sind, das alles charakterisiert unsere Identität. Eine Identität, die sich im Laufe eines Lebens formt, dem Zeitrhythmus folgend, der unser Alter zeichnet, das sich zusammen mit unserer Rolle und mit den Begegnungen, die wir machen ändert. Wie viel ist von jedem von uns in der Gesellschaft, der wir angehören? Wie viel ist von uns ist in der Gesellschaft, der wir nicht angehören? Von was und von wem haben wir unsere Charaktere bekommen? Sind wir vielleicht die Folge ewiger Völkerwanderungen, Austausche, Veränderungen, wie die Geschichte uns sagt?

“Solange die von den anderen Völkern produzierten “homines” nur als Zwischenstadien auf dem Weg des Erreichen des “homo currens” ( westlicher Mensch, immer in Eile) angesehen werden, ist es normal, dass die Verlierer es nicht akzeptieren, denjenigen die Hand zu schütteln, die ein Spiel durchgesetzt haben, bei dem sie immer gewinnen. Von der gegenseitigen Übersetzung und auf einer Ebene der Gleichheit der verschiedenen Kulturen, könnte man hingegen eine Erweiterung des allgemeinen Kulturreichtums der Menschheit… eine Kreuzung der Freiheiten und der Beschützungen gewinnen” (Franco Cassano)

Wir denken also, dass man über das Thema Grenzen noch viel nachdenken muss. Indem wir uns fragen, was sie für uns, westliche Menschen wirklich darstellen, kann uns die Ganzheit, von der jeder Mensch Träger ist verstehen lassen und die Dynamik und Durchlässigkeit der Kultur. Anzuhalten und darüber nachzudenken kann uns auch helfen, der Paranoia entgegenzutreten, die das Fehlen definierter Grenzen zeugen kann. In das Bewusstsein der dunklen und der aggressiven Seite unserer Kultur zu kommen, kann bedeuten, endlich aus einer ethnozentristischen Stellung , die der Westen immer angenommen hat, herauszugehen und die Voraussetzung zu schaffen, dem anderen auf der anderen Seite der Grenze zu begegnen.

Die Veranstalter

Dezember 2010

INFO

www.frontiere-grenzen.com
info@frontiere-grenzen.com

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tel. +39 0439 762344
primiero@biblio.infotn.it

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“La Bottega dell’Arte”
www.labottegadellarte.eu

Südtiroler Autorenvereinigung (Bz)
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